GREAT PLACE FOR LIVING – Annas Leben in Vorarlberg

von Thomas
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Irgendwie bist du Vorarlbergerin und irgendwie doch nicht?
Ich bin zu meinen Wurzeln zurück- gekehrt, denn eigentlich wurde ich in Dornbirn geboren. Danach bin ich aber mit meiner Mama nach Wien gegangen, dort habe ich dann 21 Jahre sozusagen in der großen Stadt gelebt. Aber ich habe schon als Jugendliche immer gesagt: ‚Ich komme wieder.‘

Aber bevor das geschehen ist, bist du noch viel weiter weg?
Genau! Zuerst war ich auf der Hotelfachschule in Wien. Zu dem Zeitpunkt wollte ich noch unbedingt in die Küche. Ein Jahr war ich Management Trainee in New York bei Kurt Gutenbrunner in seinem Café Sabarsky, in der Blauen Gans und im Wallsé. Gerade dort, wo ich gebraucht wurde. Zuerst hab‘ ich bei einer schrulligen Slowakin gewohnt, dann hatte ich ein kleines Zimmer in der Lower East Side, das viel zu teuer war. Ich hätte damals auch verlängern können, aber ich wollte studieren und das hab ich dann auf der FH Salzburg gemacht.

Was hast du dort studiert?
Innovation und Management im Tourismus mit Schwerpunkt Destinationsmanagement.

Und doch findet man dich heute hinter der Rezeption in der Krone in Hittisau?
Ja genau, das habe ich damals entdeckt, als ich vorübergehend im Hirschen in Schwarzenberg gearbeitet habe. Als Rezeptionistin verkaufe ich zwar keine ganze Destination, aber ich helfe dabei, ein Hotel zu verkaufen. Tja. Und jetzt bin ich seit vier Jahren da und es taugt mir nach wie vor.

Anna Huber

Anna Huber aus Wien: Rezeptionistin im Hotel Krone, Hittisau

Schnell wird man merken, dass die Vorarlberger viel freundlicher sind. Im Gegensatz zur Stadt grüßt sich hier jeder.

Wie hast du dir dein Leben hier in Vorarlberg gestaltet?
Als Kind war ich immer zu allen Ferien hier. Die Mama hat mich in den Flieger gesetzt, dort hat sich
die Flugbegleiterin um mich gekümmert und am anderen Ende von 
Österreich hat mich die Oma wieder abgeholt. Ich kenne das Land also gut. Trotzdem ist das mit den Freunden am Anfang wirklich schwierig, bei mir war es hauptsächlich die Verwandtschaft, mit denen ich Zeit verbracht habe. Ich hab zwar die Freunde hier in der Krone, aber da wechseln wir uns mit dem Arbeiten ab und haben nie gemeinsam frei. Ich gehe gerne mit meinem Freund Radfahren und seine Clique hat mich mittlerweile auch ein bisschen aufgenommen.

Warum war es in Vorarlberg schwerer, Freunde kennenzulernen?
Weil hier im Bregenzerwald alle schon seit dem Kindergarten oder der Volksschulzeit miteinander befreundet sind. Jeder ist in einem Verein. Das hat man in Wien nicht so. Die Mentalität ist schon sehr anders. Ich sitze gern mit Freunden zusammen, richte ihnen was zu essen und bin Gastgeberin, aber die Leute, die man zu so etwas einladen kann, findet man halt schwer.

Was würdest du jemandem raten, der überlegt, im Gastgewerbe in Vorarlberg anzufangen?
Es ist sicherlich von Vorteil, wenn man offen und ehrgeizig ist. Der Bregenzerwald ist sehr schön, aber auch eigen. Sogar die Vorarlberger sagen, dass die Leute hier eigen sind. Die Personen in Dornbirn oder Bregenz verstehen die Wälder nicht. Ich würde mir einen zentra- len Ort suchen, dann ist man in 25 Minuten am See, zu Fuß in 2,5 Stunden am Berg und auch schnell in einem Skigebiet. Schnell wird man merken, dass die Vorarlberger viel freundlicher sind. Im Gegensatz zur Stadt grüßt sich hier jeder.

Was war deine Erwartungshaltung gegenüber Vorarlberg und was hat sich wirklich bewahrheitet?
Es ist eigentlich alles so eingetroffen, wie ich es mir erwartet habe, die Behördengänge sind hier viel einfacher als in Wien. Die Bürokratie ist angenehmer.

Was war bis jetzt dein schönstes Erlebnis?
Dass ich die Krone gefunden habe. Ich bin sehr glücklich hier.

Hast du einen Lieblingsort?
Richtung Schrofen in der Nähe der Alpe kann man rauffahren, die Alp heißt Äue. Das ist wunderschön dort.

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